A TRILOGY OF DESPAIR THAT LEADS TO HOPE / Stephen Sokoloff

In the expressionistic paintings of Peter Martin, angels are no longer what they used to be. For ages they tried to watch over us, but humanity’s evil ways finally drove them to despondency. Now they, like many of us, are burnt out and despairing.

People no longer have anything they can believe in. Hi-tech and economic necessities have made morality and religion obsolete. The only beings that might be able to save us now are the guardians. These are human beings of different genders, ages, creeds and ethnicities – we can all take part in the work of these premonitory spirits.

Manfred Kielnhofer presents them as life-sized polyester cloaks. If we try to peer inside these garments, we discover only black emptiness. At three sites in the gallery “Art Park” the artist will station them in front of Martin’s controversial canvases. These areas are intended to serve as stages for a spectacular installation on the evening of opening day – Saturday October 4th, 2008.

Angels are scheduled to descend from heaven to animate them on that occasion and I am sure you won’t want to miss them. To the uninitiated they may look like white female nudes. Their skins will appear pale to show that they are bloodless. Streams of the red fluid that flows through our veins will, however, adorn their bodies.

In taking us step-by-step down the road from doubt to despair to death and confronting us with shocking nudes the artists do not aim at arousing feelings of profound disgust. Rather they hope to steel us with the resolve to persist in performing positive deeds and never to close our eyes to evil.

Eine Trilogie der Verzweiflung / Stephen Sokoloff

In den expressionistischen Gemälden von Peter Martin haben Engel eine neue Rolle eingenommen. Seit Ewigkeiten halten sie ihre schützende Hand über uns, die Bosheit der Menschen hat sie aber schließlich in die Verzweiflung getrieben. Nun sind sie, wie auch viele ihrer Schutzbefohlenen, total ausgebrannt.

Die Menschen haben heute nichts mehr, woran sie glauben können. Hightech und wirtschaftliche Notwendigkeit haben Moral und Religion obsolet gemacht. Die einzigen Wesen, die uns zu retten vermögen, sind so genannte Wächter – menschliche Wesen, jung oder alt, männlich oder weiblich. Ihr Glaube und ihre ethnische Zugehörigkeit haben keinerlei Bedeutung. Wir alle können die Mission dieser mahnenden Gestalten unterstützen.

Manfred Kielnhofer stellt sie als lebensgroße Hüllen aus Polyester dar. Versuchen wir, hinter die Vermummungen zu blicken, erscheinen sie leer. An drei Stellen in der Galerie „Art Park“ beabsichtigt der Künstler, sie vor Martins Bilder aufzustellen. Diese Areale sollen als Bühnen für eine spektakuläre Installation anlässlich der Vernissage am Samstag, den 4. Oktober 2008 dienen.

Es wäre schade, sich dieses Ereignis entgehen zu lassen. Leibhaftige Engel werden nämlich für Belebung sorgen. Den Uneingeweihten könnten diese lediglich wie nackte Frauen vorkommen. Ihre blasse Haut soll Blutleere symbolisieren. Ströme des Lebenssaftes werden jedoch ihren Körpern grellrote Kontraste verleihen.

Indem sie uns schrittweise, fast behutsam, von der Ungewissheit zur Verzweiflung und schließlich zum Tod führen, ist es nicht die Intention der Künstler, Abscheu hervorzurufen. Vielmehr wollen sie uns in unserer Entschlossenheit stärken, Gutes zu tun und vor dem Bösen nie die Augen zu verschließen.

VERZWEIFELTE ENGEL – AUFMERKSAME WÄCHTER

Bilder, Skulpturen, Performance. Ein Hoffnung gebendes Spektaktel von Peter Martin und Manfred Kielnhofer

Man sieht es nicht auf den ersten Blick. Die Bilder des Peter Martin offenbaren Engel, die anders sind, als alles, was wir bisher über diese Wesen gelernt haben. In expressionistischer Malweise stellt der Künstler Engel dar, die keine Kraft mehr haben, uns zu beschützen. Sie sind verzweifelt und ausgebrannt. Die schlechten Lebensgewohnheiten der Menschen, ihre Schwäche, sich aktiv gegen das Böse zu stellen, haben die Engel zerbrochen. Viele Menschen haben den Glauben an die Engel verloren, den diese als Kraftquelle unabdingbar benötigen.

Sind wir nun dem Bösen schutzlos ausgeliefert? Noch ist nicht alles verloren, denn es gibt es die „Wächter“, die uns retten können. Wer sind diese seltsamen Wesen? Sie haben kein bestimmtes Geschlecht, keinen eindeutig definierten Glauben, sie gehören keiner ethnischen Gruppe an. Sie tauchen plötzlich auf, und verschwinden wieder. Sie mahnen uns, an das Gute zu glauben und das Böse zu bekämpfen. Jeder von uns kann hier und jetzt an dem großen Werk der „Guardians of time“, der Wächter, teilhaben.

Manfred Kielnhofer zeigt die Wächter als lebensgroße Skulpturen aus Polyster-Harz. Versucht man, in die Umhänge hineinzublicken, findet man nichts als Leere. Diese Leere können und sollen wir mit unseren positiven Gedanken füllen.

In der Linzer Galerie „ARTpark“ wird Manfred Kielnhofer diese Wächter vor den Leinwänden des Peter Martin inszenieren und so einen Kontext erzeugen zwischen den verzweifelten Engeln und den Hoffnung gebenden Wächtern der Zeit. Bei der Eröffnung am 4. Oktober wird eine thematisch abgestimmte Performance geboten.

Die beiden Künstler fassen die Aussage der ungewöhnlichen Performance so zusammen: „Unser Ziel ist es nicht, Abscheu zu erzeugen, obwohl das auf den ersten Blick so scheinen könnte. Uns kommt es darauf an, dass am Schluss die Hoffnung siegt.“

Vernissage Kunstmagazin / Martina Gansterer

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